Ich möchte Ihnen ein Szenario schildern, das jedem Beschaffungsmanager das Blut in den Adern gefrieren lassen würde.
Letztes Jahr ging eine nordeuropäische Marke für Innenräume wegen einer Charge eines zweiteiligen Fleece-Sets im Wert von $500.000 fast in Konkurs. Es handelte sich nicht um ein Designproblem, sondern um die Logistik. Bei der Ankunft im Hafen wurde festgestellt, dass die Hälfte der Kleidungsstücke Schimmelflecken aufwies. Die Untersuchung ergab, dass “Containerregen” - verursacht durch Temperaturschwankungen im Seecontainer - in Verbindung mit der Verwendung minderwertiger feuchtigkeitsdichter Säcke durch die Fabrik die Ursache war. Die Marke musste nicht nur den Totalverlust tragen, sondern, was noch fataler war, sie verpasste das gesamte Verkaufsfenster für die Skisaison.
Ihr Geschäftsführer schrie mich am Telefon an: “Ich habe eindeutig für die Fracht und die Verpackung bezahlt, also warum ist das passiert?!”
Die Antwort ist brutal: Sie übergeben die Ware an die Fabrik, aber die meisten Fabriken sind nur für die “Produktion” zuständig, nie für die “Lieferung”. Von der Herstellung von Mustern und der Beschaffung von Stoffen bis hin zur Auslieferung der Produkte in den Regalen liegen unzählige “Zeitbomben” dazwischen, die Ihre Marke in Stücke reißen können.
Ich bin Ihr praktischer Berater und habe 15 Jahre an der Front der Lieferkette verbracht. Heute breite ich wie in einem Kriegsraum die Landkarte aus, um auf die drei tödlichsten Minenfelder hinzuweisen: die Illusion der Vorlaufzeiten von Mustern, das schwarze Loch der Rückverfolgbarkeit von Stoffen und das Glücksspiel der internationalen Logistik. Ich werde Ihnen erklären, wie wir diese “Bomben” durch technisches Denken entschärfen können, eine nach der anderen.



